Olydorf München: So wohnt es sich im Kult-Wohnheim im Olympiadorf
Knapp 2.000 Wohnplätze bietet das Studentenviertel heute im ehemaligen Olympischen Frauendorf. Entsprechend begehrt sind die Plätze.
Was aber macht das Olydorf so besonders? Wie teuer ist das Wohnen dort? Und vor allem: Wie kommst du rein?
Warum das Olydorf kein normales Studentenwohnheim ist
Schon beim ersten Spaziergang fällt auf: Hier gleicht kaum ein Haus dem anderen.
Die berühmten Bungalows dürfen von ihren Bewohnern individuell gestaltet werden. Wer ein Motiv einreicht und die Vorgaben erfüllt, kann die eigene Fassade bemalen. Die Farben stellt das Studierendenwerk zur Verfügung. So ist über die Jahre eine ziemlich außergewöhnliche Open-Air-Galerie entstanden.
Zum Olydorf gehören aber nicht nur die bunten Bungalows. Studierende wohnen auch in Hochhäusern und den sogenannten Hangbauten, die nach einer Sanierung 2022 wieder eröffnet wurden.
Egal, welche dieser drei Wohnformen du bekommst: Du hast einen eigenen Wohnbereich mit kleiner Küchenzeile und Bad.
Und die Lage kann sich sehen lassen: Die U3-Haltestelle Olympiazentrum liegt direkt am Studentenviertel, der Olympiapark ist praktisch vor der Haustür. Im Olympischen Dorf verlaufen die vier Erschließungsstraßen unterirdisch – an der Oberfläche ist das Quartier autofrei.
Olydorf München: Die Geschichte in kurz
1972: Das südliche Olympische Dorf dient während der Sommerspiele als Unterkunft für die Sportlerinnen.
Nach Olympia: Aus dem ehemaligen Frauendorf wird studentischer Wohnraum.
2007 bis 2010: Die ursprünglichen Bungalows werden erneuert. Durch die schmalere Bauweise entstehen 1.052 statt zuvor 800 Bungalows.
Heute: Das Studentenviertel bietet knapp 2.000 Wohnplätze und ist Teil des architektonisch außergewöhnlichen Olympischen Dorfs
Was kostet Wohnen im Olydorf München?
Spätestens beim Blick auf die Miete wird klar, warum ein Platz so begehrt ist.
Im Olympischen Dorf gibt es derzeit 1.879 Einzelapartments. Laut der aktuell veröffentlichten Mietpreisliste des Studierendenwerks kostet ein solches Apartment 391,10 bis 487,10 Euro warm pro Monat.
Für München ist das bemerkenswert günstig – zumal Küchenzeile und eigenes Bad dazugehören.
Der Haken: Du brauchst Geduld.
Für die Einzelapartments nennt das Studierendenwerk derzeit eine ungefähre Wartezeit von vier bis fünf Semestern. Ein Semester entspricht dabei sechs Monaten.
Heißt übersetzt: Das Olydorf ist kein Notfallplan für die Wohnungssuche zwei Wochen vor Semesterbeginn.
Was ist für Studierende im Olydorf geboten?
Der eigentliche Reiz des Olydorfs beginnt außerhalb der eigenen vier Wände.
Ein großer Teil des Gemeinschaftslebens wird von Studierenden selbst organisiert. Der Verein Studenten im Olympiazentrum e. V. kümmert sich mit zahlreichen Ausschüssen um Veranstaltungen, Freizeit und das Zusammenleben im Dorf.
Im Gemeinschaftszentrum – von allen „Alte Mensa“ genannt – findest du unter anderem:
- Lesesaal und kleine Bibliothek
- Töpferstube
- Holz- und Metallwerkstatt
- Fotostudio
- Musikübungsraum
- Bierstube
- OlyLounge
- OlyDisco
Dazu kommen Filmangebote, Veranstaltungen und sogar eine von Studierenden geführte Imkerei.
Wer im neuen Wohnort schnell Leute kennenlernen möchte, findet hier also reichlich Gelegenheit.
Sport im Olympiapark direkt vor der Haustür
Für Sportfans ist die Lage kaum zu schlagen.
Das Studierendenwerk verweist ausdrücklich auf den Hochschulsport in den Sportanlagen sowie den Olympiapark und seine Sportstätten.
Im Olydorf selbst gibt es ebenfalls ein studentisch organisiertes Sportangebot. Der Olynited Sportclub bietet unter anderem Volleyball, Spikeball und Fußball an. Im Winter stehen beispielsweise Rodeln oder Eislaufen auf dem Programm.
Und wenn gerade weder Uni noch Sport anstehen, liegen Olympiapark und Olympiasee gleich nebenan.
Wie bekommst du einen Platz im Olydorf München?
Wichtig zuerst: Die Zimmer werden nicht vom Olydorf-Verein vergeben.
Die Bewerbung läuft über das Studierendenwerk München Oberbayern.
Du kannst bei deiner Bewerbung bis zu drei Wohnanlagen am Hauptstandort deines Studiengangs auswählen. Dabei handelt es sich nicht um eine Rangliste – Olydorf auf Platz eins einzutragen verschafft dir also keinen Vorsprung.
Freie Plätze werden grundsätzlich nach der zeitlichen Reihenfolge der eingegangenen Bewerbungen und den geltenden Vergaberichtlinien vergeben.
Wann kannst du dich bewerben?
Für Studienanfänger gelten diese Termine:
Wintersemester: Bewerbung ab 15. Mai im Jahr des Studienbeginns
Sommersemester: Bewerbung ab 15. November des Vorjahres
Wenn du bereits immatrikuliert bist, kannst du dich jederzeit bewerben.
Angesichts der langen Wartezeit gilt trotzdem: Je früher, desto besser.
Wer darf im Olydorf wohnen?
Ein Studienplatz allein reicht nicht automatisch.
Grundsätzlich musst du in einem ordentlichen Studiengang an einer Hochschule eingeschrieben sein, für die das Studierendenwerk München Oberbayern zuständig ist. Dazu gehören beispielsweise LMU, TUM und Hochschule München.
Außerdem gilt eine Einkommensgrenze: Dein monatliches Einkommen darf den jeweils aktuellen BAföG-Höchstsatz um höchstens 30 Prozent überschreiten.
Eine weitere Regel ist für Münchner besonders wichtig:
War deine Meldeadresse zum Zeitpunkt, als du deine Hochschulzugangsberechtigung erworben hast, bereits innerhalb der MVV-Zonen M bis 4, bist du grundsätzlich nicht wohnberechtigt.
Auch Doktoranden und Ph.D.-Studierende sind von der Wohnberechtigung ausgeschlossen. Weitere Ausschlusskriterien findest du in den Vergaberichtlinien des Studierendenwerks.
Wie lange darfst du im Olydorf wohnen?
Ein Platz im Olydorf ist begehrt – deshalb ist die Wohnzeit begrenzt.
Die reguläre maximale Wohnzeit beträgt:
Bachelor, Lehramt, Diplom, Magister und Staatsexamen: sieben Semester
Master: vier Semester
Wichtig: Die Wohnzeiten lassen sich nicht addieren. Wer also erst sieben Semester im Bachelor dort gewohnt hat, bekommt anschließend nicht automatisch weitere vier Semester für den Master.
In besonderen Fällen kann die Wohnzeit verlängert werden – etwa bei einem akuten Härtefall, besonderem studentischem Engagement oder wenn der Studienabschluss nachweislich unmittelbar bevorsteht. Darüber entscheidet das Studierendenwerk im Einzelfall.
Für wen lohnt sich das Olydorf?
Wer günstig wohnen möchte und Lust auf ein aktives studentisches Umfeld hat, sollte das Olydorf auf jeden Fall auf dem Schirm haben.
Du bekommst hier eine Kombination, die in München selten ist: eigenen Wohnraum, vergleichsweise niedrige Mieten, U-Bahn-Anschluss, Olympiapark und ein ausgeprägtes Gemeinschaftsleben.
Nur spontan solltest du deinen Einzug nicht planen.
Bei derzeit vier bis fünf Semestern Wartezeit für ein Einzelapartment lautet die bessere Strategie: früh bewerben – und später überlegen, was auf deine Bungalowfassade kommt.