Insight

Mit Pressebändchen durchs Modular 2025 – Meine Festival-Experience

Feiernde Menge vor Bühne am Gaswerkkessel in Augsburg.
Das Modular 2025 hat mal wieder gezeigt, wie bunt, offen und kreativ Augsburg sein kann. Lieben wir. (Foto: © MJ)
Wie war das Modular 2025? Dieses Jahr war ich zum ersten Mal als Journalistin auf dem Gaswerkgelände unterwegs. Wie ich das Festival mit Pressezugang erlebt habe, teile ich hier mit euch.
Mittwoch, 11.06.2025, 12:45 Uhr

2025 war das Modular für mich eine echte Premiere. Mitgefeiert hab ich natürlich schon öfter – früher noch als Studentin im Wittelsbacher Park und später dann am Gaswerk. Aber dieses Jahr war für mich alles anders: Ich war nicht zum Feiern da (okay, vielleicht ein bisschen), sondern als Reporterin. Heißt: Gästeliste, Pressebändchen, exklusive Einblicke. 

Drei Tage lang war ich für STUDENTpartout auf dem Modular unterwegs. Wie das so war, erzähle ich hier.

Modular mit Pressezugang – Wie läuft das?

Einfach drauf los knipsen ist nicht: Wer als Journalist:in oder Fotograf:in über das Modular berichten möchte, sollte im Vorfeld eine offizielle Presseakkreditierung beantragen. Wie das geht?

Du brauchst einen Presseausweis oder eine schriftliche Bestätigung über deine journalistische Tätigkeit. Dann füllst du ein Formular auf der Festival-Homepage aus – sobald das geprüft wurde, kriegst du Bescheid, ob du dabei bist. Ich habe etwa eine Woche auf die Akkreditierung gewartet und mich riesig gefreut, als die Einladungsmail mit dem Ticketlink kam. PDF downloaden, zur Sicherheit ausdrucken und schon hatte ich mein 3-Tagesticket mit Pressezugang.

Du schreibst für eine Schülerzeitung oder ein studentisches Magazin? Das Modular unterstützt junge Journalist:innen. Einfach mal beim Presseteam anfragen und dann bist du nächstes Jahr vielleicht auch dabei – mit Pressezugang!

Getting ready: Gästeliste ohne Warteschlange

Freitagnachmittag war es dann endlich so weit: Das Modular 2025 hat seine Pforten geöffnet. Statt mich in lange Warteschlangen einzureihen, konnte ich entspannt zum Gästelisten-Counter steppen. Dort die Pressebestätigung vorzeigen und schon wurde meine Eintrittskarte gegen ein blaues Pressebändchen getauscht. Das Ganze hat vielleicht 3 Minuten gedauert. Noch kurz durch die Taschenkontrolle und schon konnte ich meinen ersten Festival-Rundgang starten.

Los geht’s: Festivalgelände auf eigene Faust erkunden

Bevor sich das Gelände mit Leuten füllt, habe ich mir alles in Ruhe angesehen: Dieses Jahr gab es zwei große Bühnen – die Bühne am Kessel und die Bühne im Park – außerdem das kleine Bühnchen am Teich, die Club Bühne und den Club Bulli.

Direkt ins Auge gestochen ist mir der Roboterhund der THA, der im Park eine Runde Gassi geführt wurde. Drinnen im Apparatehaus gab’s noch mehr Tech: Die THA Future World war mit 10 coolen Projektständen am Start. Draußen bin ich am Aktivisti:camp mit Fridays for Future, Foodsharing & Co vorbeigekommen, dem Zukunftswohnzimmer mit Amnesty International, den Schäfflerbach-Werkstätten & vielen mehr, und auch die Modularena hatte mit Aktionen wie der Rollschuh-Disko und kreativen Schüler:innen, die Portraits gezeichnet haben, echt was zu bieten. Dann noch schnell das Food-Angebot ausgecheckt und schon ging’s los zur Modular-Führung.

Hinter den Kulissen: Führung mit dem Stadtjugendring

Ja genau, ihr lest richtig: Extra für Gäste hat der Stadtjugendring (sjr) eine Modular-Führung angeboten. Warum eigentlich nicht? Also hab ich mich angemeldet und mir das Ganze mal angeschaut. Treffpunkt war am Eingang vor dem Gaskessel. Beim Warten auf die anderen Teilnehmer:innen habe ich Claudia Nickl kennengelernt. Sie ist die Vorsitzende des Behinderte-Beirats und setzt sich für Menschen mit Handicap ein. Für die junge Generation hat sie viel Lob:

„Ich finde es toll, dass die jungen Leute so offen sind für das Thema Inklusion. Sie kommen von selbst auf uns zu und überlegen, wie das Festival inklusiver werden kann.“

Claudia Nickl, Vorsitzende des Behinderten-Beirats Augsburg

Obwohl das Modular längst nicht komplett barrierefrei ist, wurden schon viele wichtige Schritte unternommen: So gibt es dieses Jahr niedrigere Tresen und Toiletten für Rollstuhlfahrer:innen. Genauso wichtig ist es aber, auch an die Bedürfnisse anderer Menschen mit Handicap zu denken, wie etwa Sehbehinderte oder Gehörlose. Da geht also noch was. Auf jeden Fall sehr cool, dass das Modular das Thema Inklusion auf dem Schirm hat.

Mitmachen: Ehrenamtlich helfen als Volunteer

Claas Meyer vom Vorstand des sjr begrüßt uns, und schon geht’s los. Wir starten unsere Führung im Crew-Bereich. Hier treffen wir auf Philip und Ronja, zwei Sprecher:innen der Denkwerkstatt:

„Die Denkwerkstatt ist ein Gremium von rund 100 Personen, die sich ganzjährig treffen und durchdenken, wie das Modular weiter gestaltet werden könnte, wie wir kreativ sein können, wie wir inklusiv sein können.“

Ronja, Sprecherin der Denkwerkstatt

Wer mehr Modular will als nur drei Tage im Jahr, ist hier richtig: Die Denkwerkstatt ist sozusagen das Brain hinter dem Festival. Damit das Modular jedes Jahr ein Highlight wird, treffen sich die Ehrenamtlichen regelmäßig und überlegen, was für ein gelungenes Festival wichtig ist. Dazu gehören Awareness-Konzepte für Festivalbesucher:innen und Safer Spaces für Crew-Mitglieder genauso wie das Aussuchen von kreativer Festival-Deko. Jeden Herbst gibt’s eine Hütte, bei der die ganze Modular-Crew zusammenkommt und alle Arbeitskreise der Denkwerkstatt sich treffen.

An den Festivaltagen selbst kommen nochmal rund 400 Freiwillige dazu. Fest steht: Ohne die ehrenamtliche Arbeit der Volunteers wäre das Modular so nicht möglich. Über mangelndes Interesse kann sich der sjr aber nicht beklagen: Tatsächlich sind die Volunteer-Plätze sehr gefragt. Wer Bock hat, nächstes Jahr Teil der Modular-Crew zu werden, sollte also nicht zu lange warten. Mitmachen können grundsätzlich alle jungen Leute. Auch wer körperliche oder mentale Einschränkungen hat, ist herzlich willkommen.

Was kann ich als Volunteer auf dem Modular machen?

Das Modular bietet viele Möglichkeiten, sich als Ehrenamtliche:r aktiv einzubringen. Typische Aufgabenbereiche für Freiwillige sind:

  • Artist Care: Du kümmerst dich um die Künstler:innen und sorgst für Ordnung im Backstage.
  • Crew Hospitality: Du hilfst bei der Versorgung der Festival-Crew.
  • Crew Care: Du bist Ansprechpartner:in für die Crew und vermittelst bei Problemen.
  • Einlass: Bei dir gibt’s das begehrte Festivalbändchen.
  • Platzgestaltung: Du werkelst mit an der Festival-Deko.
  • Modular Kids Crew: Du gestaltest das Kinderprogramm für die kleinsten Gäste.
  • Promo: Du machst coole PR für das Modular – läuft das ganze Jahr über.
  • Stagehands: Hilfe bei Bühnenaufbau und Abbau, spannend für Technik-Nerds!
  • Trash Heroes: Du sorgst für ein sauberes Festivalgelände und sensibilisierst für Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein.
  • Sitecrew: Du bist wetterfest und stellst die komplette Festivallogistik auf die Beine: Bauzäune, Absperrungen, Bühnengräben, Zelte. 
  • Merch und Info: Du hast das Line-Up im Kopf und beantwortest alle Fragen rund ums Festival. Dazu verkaufst du den Merch der Festival-Acts.
  • Gastroausschank: Du schenkst Bier und andere Getränke aus.
  • Gastrologistik: Du unterstützt den Ausschank, sammest Leergut ein und lieferst frische Bierfässer.
  • Shuttle: Du chauffierst die Künstler:innen zum Hotel, zum Flughafen und zum Festival.

Too much information? Überfordert von viel so Auswahl? Ist Okay. Für unentschlossene Freiwillige hat das Modular extra einen VOLU-MAT entwickelt. Du beantwortest einfach ein paar Fragen und schon erfährst du, wie du am besten helfen kannst. Weitere Infos über die ehrenamtliche Arbeit auf dem Modular findest du auf der Homepage unter Crew.

Dieses Jahr neu: Größere Bühne und mehr Toiletten

Weiter geht’s. Wir verlassen den Crew-Bereich und betreten das normale Festivalgelände. Die nächsten Stationen kenne ich schon von meiner Erkundungstour: Wir besuchen die THA Future World, schauen bei verschiedenen Ständen vorbei und werfen einen Blick auf die Rollschuh-Disko. Wir erfahren, dass die Bühne am Kessel dieses Jahr einen neuen Rekord aufstellt: Sie ist die größte Bühne, die es auf dem Modular je gab. Eine große Bühnenfläche sei für viele Artists total wichtig, erklärt Claas. In der Vergangenheit habe es schon Absagen gegeben, weil die Bühne für die geplante Show zu klein gewesen sei.

Ordentlich aufgestockt wurde auch die Anzahl der Toiletten, wie Claas immer wieder betont. „Gefühlt haben wir dieses Jahr alles mit Klos zugepflastert.“ Wer schon mal über eine halbe Stunde lang mit drückender Blase in der Kloschlange stand, weiß das zu schätzen! Am Ende der Führung gibt es noch ein Freigetränk für alle Teilnehmer:innen. Cheers!

Bilder sagen mehr als Worte – Bildergalerie

Ich war live für euch dabei. So sah das Modular 2025 aus:

Stimmung auf dem Festivalgelände

Nach der fast zweistündigen Führung hole ich mir erstmal ein kühles Bier und lasse die Atmosphäre auf mich wirken. Das Gelände wird von Minute zu Minute voller. Ich setzte mich auf diese Wiese und schaue jungen Akrobat:innen bei ziemlich coolen Choreografien zu. Ich schlendere von Bühne zu Bühne und höre überall mal rein. Dann bekomme ich Hunger. Meine Wahl fällt auf einen Mac and Cheeseburger. Wie sich herausstellt, ist das Patty ernsthaft mit Nudeln und Käsesoße gefüllt. Ungewöhnlich, aber gar nicht schlecht.

Unterwegs treffe ich auf Schauspieler:innen vom theter ensemble, die vorbeilaufende Besucher:innen mit Zirkusperformances unterhalten. Überall tanzen Leute mit Glitzer im Gesicht, chillen zusammen im Park, quatschen mit den Initiativen vom Platzprogramm oder lassen sich einfach treiben. Im Vergleich zu anderen Großveranstaltungen fällt mir positiv auf, dass wirklich nirgends Müll rumliegt. Props an die Trash Heroes an dieser Stelle. Alle sind entspannt, rücksichtvoll und passen aufeinander auf. So macht Festival Spaß.

Festivalsound & Artists

Der Blick aufs diesjährige Line-Up hat bei mir erstmal für ein großes Fragezeichen gesorgt: Irgendwie kannte ich keine der Bands so wirklich. Das war aber gar nicht schlimm, weil ich so unvoreingenommen war und einfach spontan schauen konnte, was mir gefällt.

Auf den großen Bühnen war natürlich am meisten los, aber ein Abstecher, der sich immer gelohnt hat, war der zum kleinen Bühnchen am Teich. Hier haben die Newcomer gespielt und das war richtig wholesome. Spaß gemacht hat auch die Club-Bühne im Park: Durch die Bäume außen rum hatte man das Gefühl, mitten in einem Club-Wald abzutanzen. Bunte Lichter und coole Beats haben echte Rave-Vibes rübergebracht. Ein weiteres Highlight: der Blick vom Club-Bulli-Fenster auf die tanzende Crowd unten. Am letzten Abend gab es auch noch eine Überraschung, die mega gut ankam: Plötzlich war Kaffkiez auf der Bühne!

Modular als Sprungbrett? In der Vergangenheit hat das Modular-Booking ein gutes Gespür für Hypes in der Musikszene bewiesen. Viele Acts, die bei ihrem Modular-Auftritt noch nicht so bekannt waren, sind kurze Zeit später voll durch die Decke gegangen. Das war zum Beispiel so bei Kraftclub, Nina Chuba, Von Wegen Lisbeth und Annenmaykantereit. Ob das dieses Jahr auch passiert? Wir sind gespannt!

Wetter: Durchwachsen. Stimmung: Heiter

Egal ob Sonne, Wind oder Regen: Die Stimmung bleibt das ganze Festivalwochenende über super. Mit Regenponchos wird so mancher Schauer problemlos überbrückt und dann lässt sich die Sonne auch schon wieder blicken. Sonntag muss der Eintritt wegen Starkwind um eine Stunde verschoben werden, aber danach wird umso krasser gefeiert. Besonders schön: Zwischenfälle gibt es keine – insgesamt 25.000 Besucher:innen feiern an den drei Festivaltagen friedlich miteinander.

Modular nicht ausverkauft: Woran hat’s gelegen?

Fast 4000 Tickets sind dieses Mal übrig geblieben. Wahrscheinlich macht das Modular 2025 sogar Verluste. In den Vorjahren war das anders: Das Festival war vor Beginn längst ausverkauft, die Tickets waren heiß begehrt. Woran es gelegen hat? Das möchte der Stadtjugendring jetzt gerne rausfinden. Möglich ist eine Mischung aus verschiedenen Gründen:

  • Junge Leute legen sich nicht mehr im Vorfeld fest
  • Konkurrenz von anderen Festivals am gleichen Wochenende
  • Line-Up zu unbekannt
  • Erhöhung der Ticketpreise
  • Unbeständiges Wetter

Fest steht: Das Modular ist mehr als Zahlen und Statistik. Vor allem geht es um Jugendarbeit, gesellschaftliche Teilhabe und ein einzigartiges Kulturprojekt für Augsburg. Das findet zum Glück auch Kulturreferent Jürgen Enninger von den Grünen, der sich voll und ganz hinter das Festival stellt.

Gibt es 2026 wieder ein Modular Festival in Augsburg?

Keine Panik. Verkaufszahlen hin oder her. Das Modular bleibt uns Augsburger:innen auf jeden Fall erhalten. Es gibt sogar schon Tickets für das Modular 2026. Da steigt das Festival vom 22.05. bis zum 24.05. Wer safe dabei sein will, schnappt sich schon mal ein Early Bird Ticket in der niedrigsten Preisstufe. Günstiger wirds nicht!

(Modular-Festival/MJ)

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