Friedensfest Augsburg 2026: Diese Highlights solltest du nicht verpassen
Vom 24. Juli bis 8. August 2026 bringt das Friedensfest rund 80 meist kostenlose Veranstaltungen in die Stadt. Einzelne begleitende Angebote und Jugendfriedenstafeln beginnen bereits früher.
Unter dem Motto „UN_SICHERHEIT“ geht es um Fragen, die auch den studentischen Alltag betreffen: Wem gehören unsere Daten? Wie beeinflusst die soziale Herkunft das Studium? Und was hält eine Demokratie zusammen?
Warum sich das Friedensfest für Studierende lohnt
Theater, Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Workshops und Diskussionen: Rund 60 Organisationen beteiligen sich am Programm.
Viele Veranstaltungen sind kostenlos. Bei einigen Terminen gilt das Prinzip „Zahle, so viel du kannst“. Bei regulär bepreisten Veranstaltungen erhalten Studierende gegen Vorlage ihres Studierendenausweises ermäßigte Tickets.
Menschen mit Kultursozialticket oder Augsburger Tafelausweis sowie Geflüchtete mit entsprechendem Nachweis erhalten für kostenpflichtige Veranstaltungen des Friedensfests Eintritt zum symbolischen Preis von einem Euro.
Friedensfest Augsburg 2026: Unsere Programmtipps
Das vollständige Programm umfasst rund 80 Veranstaltungen. Diese sieben Termine sind für Studierende besonders interessant:
1. Auftakt mit Diskussion und Live-Musik
Friedensforscherin Dr. Hanna Pfeifer spricht über demokratische Sicherheit und ihr Verhältnis zum Frieden. Nach Vortrag und Gespräch gibt es Live-Musik im Biergarten des Café 13.
Termin: Freitag, 24. Juli, 19 bis 22 Uhr
Ort: Kulturhaus Kresslesmühle, Barfüßerstraße 4
Teilnahme: Anmeldung erbeten unter friedensbuero@augsburg.de
2. „Jahrgang 2008“: Jugend und Wehrdienst
Fotografin Ella Seeger porträtiert junge Menschen, die 2026 volljährig werden. Sie gehören zum ersten Jahrgang, der im Rahmen des neuen Wehrdienstes einen Fragebogen der Bundeswehr erhält. Zur Vernissage diskutieren junge Augsburger gemeinsam mit der Fotografin über die Wehrdienstdebatte und ihre Zukunft.
Die Ausstellung ist anschließend bis zum 9. August geöffnet.
Vernissage: Samstag, 25. Juli, ab 17 Uhr
Podiumsgespräch: 18 Uhr
Ausstellung: 25. Juli bis 9. August, donnerstags bis sonntags, 13.30 bis 20 Uhr
Ort: Villa Schöne Felder, Schaezlerstraße 34
Eintritt: frei
3. Dokumentartheater über den NSU 2.0
Das Stück „Innere Sicherheit“ rekonstruiert den Themenkomplex NSU 2.0 anhand von Prozessmitschriften und Interviews mit Betroffenen und Experten. Es fragt, was Sicherheit bedeutet, wenn Bedrohungen aus staatlichen Strukturen heraus entstehen. Nach der Aufführung folgt ein Publikumsgespräch.
Termin: Dienstag, 28. Juli, 19.30 bis 21.30 Uhr
Ort: Kulturhaus Abraxas, Sommestraße 30
Tickets: ab 10 Euro
4. „Schattenleben“: Comic trifft Recherche
Wie leben Menschen ohne gültige Papiere in Deutschland? Comiczeichnerin Lisa Frühbeis und Journalist Jonas Seufert haben fünf Jahre lang recherchiert und eng mit Betroffenen zusammengearbeitet.
Bei der Lesung stellen sie ihre Comicreportage „Schattenleben“ vor und berichten von deren Entstehung.
Termin: Freitag, 31. Juli, 19.30 bis 21.30 Uhr
Ort: Kulturhaus Kresslesmühle, Barfüßerstraße 4
Eintritt: frei
5. Digitaler Unabhängigkeitstag
Hier wird es praktisch: Du kannst datenschutzfreundliche Alternativen zu bekannten Programmen und Plattformen kennenlernen und ausprobieren.
An offenen Tischen geht es unter anderem um den Wechsel von WhatsApp zu Signal, von Windows zu Linux oder von Instagram zu Pixelfed. Wer selbst etwas testen möchte, bringt Laptop oder Smartphone mit.
Termin: Sonntag, 2. August, 14 bis 18 Uhr
Ort: Das Habitat, Beim Glaspalast 5
Eintritt: frei
6. „Digital Shadows“: Im Griff der Algorithmen
Gesichtserkennung, Deepfakes und digitale Kontrolle werden in „Digital Shadows“ zum Bühnenstoff.
Das Art-&-Science-Projekt verbindet Theater mit Fragen nach Identität, Datensicherheit und der Macht großer Technologiekonzerne. Nach der Aufführung gibt es ein Publikumsgespräch.
Termin: Montag, 3. August, 20 bis 22 Uhr
Ort: Kulturhaus Abraxas, Sommestraße 30
Tickets: 10, 15 oder 20 Euro nach eigener Wahl
7. Geld, Herkunft und die Angst vor Fehlern
Die Journalistin und Autorin Miriam Davoudvandi liest aus ihrem Buch „Das können wir uns nicht leisten“.
Sie spricht über Klassismus, Scham, sozialen Aufstieg und darüber, wie stark die Herkunft das Studium, Freundschaften und den Umgang mit Geld beeinflussen kann.
Termin: Mittwoch, 5. August, 19 bis 21 Uhr
Ort: Jazzclub Augsburg, Philippine-Welser-Straße 11
Tickets: 3, 10 oder 15 Euro nach eigener Wahl
Gemeinsam essen auf dem Rathausplatz
Der Höhepunkt folgt am Samstag, 8. August: Von 11.15 bis 14 Uhr trifft sich Augsburg an der großen Friedenstafel auf dem Rathausplatz.
Das Prinzip ist einfach: Essen und Getränke mitbringen, Platz nehmen, teilen und miteinander ins Gespräch kommen.
Eröffnet wird die Friedenstafel von Oberbürgermeister Dr. Florian Freund. Dazu gibt es Musik und Friedensgrüße des Runden Tisches der Religionen.
Neben der zentralen Veranstaltung finden zwölf weitere Friedenstafeln und Jugendfriedenstafeln in verschiedenen Stadtteilen statt. Insgesamt gehören damit 13 Friedenstafeln zum Programm 2026.
Was steckt eigentlich hinter dem Friedensfest?
Die Wurzeln des Augsburger Friedensfestes liegen im Westfälischen Frieden von Münster und Osnabrück. Mit dessen Abschluss erhielten die protestantischen Bürger der Stadt ihre zuvor entzogenen Rechte zurück und wurden den Katholiken rechtlich gleichgestellt.
Dem war eine Zeit massiver Ausgrenzung vorausgegangen: Am 8. August 1629 wurden evangelische Geistliche und Gläubige aus ihren Kirchen und öffentlichen Ämtern verdrängt. Zahlreiche protestantische Gotteshäuser wurden geschlossen oder zerstört.
Seit 1650 erinnert Augsburg jedes Jahr am 8. August an diese Verfolgung und an die spätere Rückkehr der Protestanten in das religiöse und gesellschaftliche Leben der Stadt.
Im Mittelpunkt steht bis heute die Frage, wie Toleranz, Gleichberechtigung und ein friedliches Miteinander unterschiedlicher Glaubensgemeinschaften gelingen können.
Tickets und Programm: Das solltest du wissen
Die meisten Veranstaltungen sind kostenlos. Bei anderen kannst du zwischen mehreren Preisen wählen und selbst entscheiden, wie viel du zahlst.
Studierende erhalten bei regulär bepreisten Veranstaltungen ermäßigte Tickets. Halte dafür deinen Studierendenausweis bereit.
Ein-Euro-Tickets für Berechtigte sind über das Friedensbüro oder am Veranstaltungstag an der Abendkasse erhältlich.
Da sich Zeiten, Orte und Ticketverfügbarkeiten kurzfristig ändern können, solltest du den jeweiligen Termin vor deinem Besuch noch einmal online prüfen.
Das gedruckte Programmheft ist unter anderem in der Bürgerinformation am Rathausplatz erhältlich. Online kannst du die Veranstaltungen nach Datum, Veranstaltungsart und Barrierefreiheit filtern.
Deshalb solltest du das Friedensfest nicht verpassen
Das Friedensfest verbindet gesellschaftliche Fragen mit Theater, Musik, Diskussionen und praktischen Workshops.
Du kannst zuhören, mitreden, digitale Alternativen ausprobieren oder an einer langen Tafel neue Menschen kennenlernen. Und auch wenn der Augsburger Feiertag 2026 auf einen Samstag fällt: Ein guter Anlass, die Stadt einmal von einer anderen Seite zu erleben, bleibt er trotzdem.