Hilfsmittel statt Ghostwriter

KI in Hausarbeit & Prüfung: Was erlaubt ist, wo Täuschung beginnt – und wie du’s sauber kennzeichnest

KI ist an vielen Hochschulen längst Alltag – die Regeln dazu sind es noch nicht überall.
KI als Lernbuddy: hilfreich – solange deine Eigenleistung erkennbar bleibt. (Foto: ©stock.adobe.com/iWissawa)
Abgabe in 48 Stunden, Kopf im Schleudergang, und die KI flüstert: „Gib mir das Thema, ich regel das.“ Genau hier wird’s heikel. Denn im Studium zählt nicht nur das Ergebnis, sondern dein Weg dahin: Denken, Auswählen, Bewerten, Argumentieren. Generative KI (kurz: GKI) kann dich dabei unterstützen – aber sie darf deine Eigenleistung nicht unsichtbar machen.
Montag, 23.02.2026, 14:25 Uhr, Autor: Daniela Müller

1) Die Grundregel: Eigenleistung + Vorgaben der Prüfenden

GKI ist (wenn erlaubt) ein Hilfsmittel. Punkt. Ob und wie du sie einsetzen darfst, entscheidet nicht „was alle machen“, sondern:

•    Aufgabenstellung/Modulvorgaben (manchmal steht’s direkt drin)
•    Prüfungsordnung (rechtlich verbindlich)
•    Ansagen der Lehrenden/Prüfenden (können erlauben, begrenzen oder untersagen)

Merksatz: Was nicht erlaubt ist, wird durch Stress nicht legal.

2) Was okay ist – und was typischerweise Ärger macht

Meist okay (wenn nicht verboten – und du transparent bist)

  • Ideen, Gliederung, Themen-Schärfung: „Welche Aspekte fehlen?“ / „Welche Gegenargumente gibt’s?“
  • Verständnis & Lernen: „Erklär’s wie für Erstis“ / „Mach mir 10 Übungsfragen“
  • Sprach-Feinschliff: Grammatik, Stil, Kürzen – ohne dass die KI den Inhalt „für dich denkt“

Reality-Check: KI kann überzeugend klingen und trotzdem falsch liegen. Alles, was du übernimmst, musst du prüfen (Inhalt, Zahlen, Begriffe, Quellen).

Rote Zone (da fängt Täuschung oft an)

  • Die KI schreibt wesentliche Textteile (Argumentation, Analyse, Ergebnis) und du gibst es als „deins“ ab
  • Die KI „erfindet“ Quellen/Studien und du baust sie ein, ohne sie zu finden und zu lesen
  • KI ist verboten oder kennzeichnungspflichtig – und du ignorierst das

Wichtig: „Täuschung“ bedeutet nicht nur Spicken im Klausurraum. Auch unerlaubte Hilfsmittel oder fehlende Kennzeichnung, wenn gefordert, können eine Prüfungsleistung kippen.

3) Kennzeichnung: So machst du’s sauber (ohne Roman)

Erstens: GKI-Output ist in der Regel keine zitierfähige Quelle, weil er nicht stabil überprüfbar ist (Antworten können sich ändern). Wenn die KI dir Literatur nennt: Du zitierst die echte Quelle, nicht die KI.

Zweitens: Wie genau du kennzeichnen musst, ist hochschul- und veranstaltungsabhängig. Manche wollen’s in der Eigenständigkeitserklärung, andere im Methodenteil oder als Anhang.

Kurz-Statement (wenn die Vorgaben nichts Spezielleres verlangen)

„Ich habe generative KI als Hilfsmittel genutzt (z. B. Ideensammlung, Sprachprüfung). Inhaltliche Aussagen, Argumentation und Endfassung habe ich selbst erstellt und geprüft.“

Wenn’s genauer verlangt wird (60 Sekunden, die dir Ärger sparen)

•    Tool: ___ | Zweck: ___
•    Übernommen: ___ (z. B. keine Textpassagen, nur Struktur/Feedback)
•    Prüfung: ___ (Fakten/Quellen selbst gegengecheckt)

4) Mini-Checkliste vor Abgabe

  • Ist KI erlaubt, eingeschränkt oder verboten?
  • (Aufgabenblatt/Modul/Prüfungsordnung)?
  • Gibt es eine Kennzeichnungspflicht (Erklärung/Methodik/Anhang)?
  • Sind Quellen echt und von dir gelesen?
  • Ist deine Eigenleistung sichtbar (Auswahl, Bewertung, Argumentation)?
  • Keine sensiblen Daten/Prüfungsinterna in KI-Tools kopiert.

Fazit

KI kann ein super Lernbuddy sein – solange du sie wie ein Werkzeug nutzt und nicht wie einen Ghostwriter. Wer sauber kennzeichnet und den eigenen Anteil sichtbar hält, spart sich die nervigste Prüfung überhaupt: die nachträgliche Diskussion „War doch nur ein Tool…“.

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