Studentenwohnreport 2026: So teuer ist Wohnen im Studium
Wenn du gerade ein WG-Zimmer suchst oder für dein Studium in eine neue Stadt ziehst, kennst du das Problem wahrscheinlich längst. Bezahlbare Wohnungen sind knapp und gerade kleine Wohnungen werden immer teurer. Der neue MLP Studentenwohnreport 2026 zeigt jetzt, wie angespannt die Situation tatsächlich ist.
Mehr als 500 Euro fürs WG-Zimmer
Für den Studentenwohnreport haben MLP und das Institut der deutschen Wirtschaft 38 Hochschulstandorte untersucht. Im ersten Halbjahr 2026 lagen die qualitätsbereinigten Mieten für studentisches Wohnen durchschnittlich 2,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Besonders stark sind die Preise bei Wohnungen unter 40 Quadratmetern gestiegen. Hier beträgt das Plus 3,5 Prozent.
Für dich bedeutet das konkret: Eine berechnete Musterwohnung mit 30 Quadratmetern kostet inzwischen durchschnittlich 567 Euro im Monat. Für ein WG-Zimmer werden im Schnitt 513 Euro fällig.
Und das sind nur Durchschnittswerte. Je nachdem, wo du studierst, kann deine Miete deutlich höher oder niedriger ausfallen.
Wo du studierst, macht einen riesigen Unterschied
Besonders teuer bleibt München. Dort kostet die 30 Quadratmeter große Musterwohnung laut Report rund 880 Euro im Monat. Für ein WG-Zimmer musst du mit etwa 850 Euro rechnen. Berlin liegt bei rund 725 Euro für die Musterwohnung, Frankfurt bei 721 Euro.
Deutlich günstiger ist es dagegen in Chemnitz. Dort kostet die Musterwohnung etwa 280 Euro. Damit ist Chemnitz unter den untersuchten Hochschulstandorten der große Ausreißer nach unten.
Für deine Studienwahl können solche Unterschiede inzwischen eine echte Rolle spielen. Zwischen zwei Hochschulstädten können bei der Miete mehrere Hundert Euro pro Monat liegen.
Wenn mehr als die Hälfte deines Budgets fürs Wohnen draufgeht
Noch deutlicher wird die Belastung, wenn du die Miete mit dem verfügbaren Einkommen vergleichst. Studierende geben durchschnittlich rund 54 Prozent ihres Einkommens fürs Wohnen aus. Knapp zwei Drittel der studentischen Haushalte gelten deshalb als durch ihre Wohnkosten überlastet.
Das merkst du natürlich nicht nur beim Überweisen der Miete. Wenn jeden Monat mehr als die Hälfte deines Budgets fürs Wohnen verschwindet, bleibt weniger für Lebensmittel, Semesterbeitrag, Mobilität, Freizeit oder Rücklagen.
Das Deutsche Studierendenwerk warnt deshalb davor, dass hohe Wohnkosten zunehmend beeinflussen könnten, wo Studierende überhaupt studieren können.
BAföG und Miete passen kaum zusammen
Besonders groß ist die Lücke, wenn du BAföG bekommst. Aktuell liegt die Wohnkostenpauschale für Studierende, die nicht bei ihren Eltern wohnen, bei 380 Euro im Monat. Unter den im MLP Studentenwohnreport untersuchten Städten reicht dieser Betrag für die berechnete Musterwohnung nur in Chemnitz vollständig aus.
Zum Vergleich: Ein WG-Zimmer kostet im Report durchschnittlich 513 Euro. Zwischen der aktuellen Pauschale und dieser durchschnittlichen Miete liegen also 133 Euro jeden Monat.
Zum Sommersemester 2027 soll die BAföG-Wohnkostenpauschale auf 440 Euro steigen. Auch dieser Betrag liegt weiterhin unter den derzeit ermittelten durchschnittlichen Kosten für ein WG-Zimmer.
Wohnheim? Auch dort brauchst du Geduld
Eine günstigere Alternative kann ein Wohnheim deines Studierendenwerks sein. Allerdings solltest du dich möglichst früh bewerben. Zum Stichtag 15. September 2026 standen bundesweit mehr als 106.000 Studierende auf Wartelisten für einen Wohnheimplatz. Besonders lang waren die Wartelisten unter anderem in Aachen und München.
Wenn du für das kommende Semester eine Unterkunft brauchst, lohnt es sich deshalb, mehrere Möglichkeiten parallel zu prüfen. Neben WG-Portalen kannst du dich direkt bei deinem Studierendenwerk nach Wohnheimen erkundigen und auch Stadtteile anschauen, die etwas weiter von deiner Hochschule entfernt liegen.
Wohnen wird zum entscheidenden Kostenfaktor
Der Studentenwohnreport 2026 bestätigt damit, was viele von euch bei der Wohnungssuche längst erleben. Die Mieten steigen weiter und besonders kleine Wohnungen bleiben teuer. Gleichzeitig hinken Unterstützungsleistungen wie die BAföG-Wohnkostenpauschale den tatsächlichen Wohnkosten vielerorts hinterher.
Für dich lohnt es sich deshalb mehr denn je, die Wohnkosten früh in deine Studienplanung einzubeziehen. Gerade wenn du für dein Studium umziehen möchtest, kann ein Blick auf die Mietpreise am neuen Studienort einen deutlichen Unterschied für dein monatliches Budget machen.
Zeit für einen Nebenjob
Um deine finanzielle Situation aufzubessern, kann dir auf jeden Fall auch ein Nebenjob helfen. STUDENTpartout bietet bundesweit coole Jobs für Studenten an – ganz bestimmt auch in deiner Stadt.
(CHHI)