BAföG-Reform 2026

Breites Bündnis fordert schnelle Entlastung für Studierende

Protestschild fordert Bafög-Reform.
Verbände und Hochschulgruppen drängen auf eine schnelle BAföG-Reform, damit Studierende zum Wintersemester 2026/2027 entlastet werden. (Foto: ©stock.adobe.com/hkama)
Ein ungewöhnlich breites Bündnis aus Studierendenvertretungen, Gewerkschaften, kirchlichen Verbänden und hochschulpolitischen Gruppen erhöht den Druck auf die Bundesregierung: Die angekündigte BAföG-Novelle müsse jetzt endlich auf den parlamentarischen Weg gebracht werden. Aus Sicht der Unterzeichner können Studierende nicht länger auf die versprochenen Verbesserungen warten.
Freitag, 06.03.2026, 13:52 Uhr, Autor: Daniela Müller

In einer gemeinsamen Presseerklärung vom 6. März 2026 warnen die Organisationen davor, dass die Reform im Kabinett feststecken könnte. Sollte sich das Verfahren weiter verzögern, drohten Probleme bei der rechtzeitigen Umsetzung zum Wintersemester 2026/2027. Beim Schüler-BAföG wäre sogar schon der 1. August 2026 als relevanter Starttermin betroffen.

Warum die BAföG-Reform jetzt kommen muss

Die Lage vieler Studierender ist seit Jahren angespannt – und sie verschärft sich weiter. Besonders in Hochschulstädten steigen die Mieten stark, gleichzeitig belasten höhere Lebensmittelpreise und Energiekosten viele junge Menschen. Das Bündnis macht deshalb deutlich: Eine weitere Verzögerung bei der BAföG-Reform wäre sozialpolitisch kaum zu rechtfertigen.

Gefordert wird mindestens die Umsetzung der bereits angekündigten Verbesserungen. Dazu zählen:

Höhere Bedarfssätze

Die Bedarfssätze sollen die realen Lebenshaltungskosten besser abbilden. Aus Sicht der Unterzeichner reicht das bisherige Niveau für viele Studierende längst nicht mehr aus.

Anpassung der Wohnkostenpauschale

Gerade die Wohnkosten sind für Studierende vielerorts zum zentralen Problem geworden. Eine höhere Wohnkostenpauschale gilt deshalb als unverzichtbar.

Verbesserte Freibeträge

Auch bei den Freibeträgen sieht das Bündnis dringenden Handlungsbedarf. Sie sollen sicherstellen, dass mehr junge Menschen überhaupt Anspruch auf BAföG haben oder stärker gefördert werden.

BAföG soll einfacher und digitaler werden

Neben höheren Leistungen geht es den Organisationen auch um die Modernisierung des BAföG-Systems. Die Förderung müsse einfacher, verständlicher und deutlich digitaler werden. Das Bündnis fordert, das BAföG zu einem echten Leuchtturmprojekt der Staatsmodernisierung zu machen.

Hintergrund ist ein Problem, das Studierende seit Jahren kennen: komplizierte Antragsverfahren, lange Bearbeitungszeiten und ein hoher bürokratischer Aufwand. Eine Reform, die diesen Namen verdient, müsste deshalb nicht nur die Förderhöhe verbessern, sondern auch den Zugang erleichtern.

Deutliche Kritik an der Bundesregierung

In der gemeinsamen Erklärung formulieren die Verbände ihre Kritik ungewöhnlich klar. Es wäre, so der Tenor, ein fatales Signal, wenn die Regierungsparteien ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag beim BAföG nicht einlösen würden.

Zugleich verweisen die Unterzeichner auf die politische Dimension: Die Anliegen der jungen Generation müssten endlich ernst genommen werden. Themen wie soziale Gerechtigkeit und Bildungsgerechtigkeit seien für viele junge Wählerinnen und Wähler zentral.

Welche Organisationen die BAföG-Novelle fordern

Die Presseerklärung wird von einem breiten Bündnis getragen. Dazu gehören unter anderem das Deutsche Studierendenwerk (DSW), der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), ver.di, die GEW, der freie zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) sowie mehrere hochschulpolitische Verbände und Studierendenorganisationen aus unterschiedlichen politischen Lagern.

Gerade diese Breite macht die Forderung bemerkenswert: Beim Thema BAföG-Reform herrscht quer durch Verbände und Hochschulgruppen Einigkeit darüber, dass schnelles Handeln nötig ist.

Was die Verzögerung für Studierende bedeuten würde

Bleibt die BAföG-Novelle weiter liegen, wird das vermutlich für die Studierenden ungute Folgen haben. Die zuständigen Ämter brauchen nämlich ausreichend Vorlauf, um neue Regeln rechtzeitig umzusetzen. Kommt die Reform zu spät, könnten die versprochenen Verbesserungen nicht wie geplant zum Wintersemester 2026/2027 bei den Studierenden ankommen.

Für viele Betroffene wäre das mehr als nur ein politisches Versäumnis. Es würde bedeuten, dass finanzielle Entlastungen erneut verschoben werden – in einer Phase, in der die Belastungen durch Miete, Energie und Alltag längst Realität sind.

Fazit: Beim BAföG läuft die Zeit ab

Die Botschaft des Bündnisses ist eindeutig: Die BAföG-Reform darf nicht länger blockiert werden. Studierende brauchen jetzt spürbare Verbesserungen bei Förderhöhe, Wohnkosten und Freibeträgen – und ein System, das digitaler und unbürokratischer funktioniert.

Ob die Bundesregierung dieses Signal aufgreift, dürfte für viele junge Menschen zu einem wichtigen Testfall werden: nicht nur für die Bildungs- und Sozialpolitik, sondern auch für die Glaubwürdigkeit politischer Zusagen.

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