Notlage

Finanzkrise im Studium – schnell an Geld kommen

Torso von jungem Mann mit leeren Geldbeutel in der Hand – vor ihm Rechnungen und ein Taschenrechner.
Ob Ende des Monats oder nicht: das Geld ist knapp? (Foto: ©stock.adobe.com/KMPZZZ)
Wenn auf dem Konto und in der Brieftasche Ebbe herrscht, muss dringend Money her. Wir haben Tipps und Tricks, um dir aus dieser Notlage zu helfen. 
Dienstag, 19.03.2024, 14:00 Uhr, Autor: Sandra Lippet

Woher Geld nehmen, wenn man keins hat, aber dringend welches braucht? Genau damit haben wir uns für dich auseinandergesetzt.

Wichtig ist, dass du dir aber bewusst machst, ob du

Quasi sofort an Geld kommen

Was kannst du tun, um sofort an Money oder Unterstützung zu kommen? Dafür gibt es einige Optionen – ob eine oder mehrere davon etwas für dich sind, musst du aber selbst entscheiden. Die folgenden Sofortmaßnahmen sollen dir nur einen Einblick darüber geben, was so möglich wäre. Vielleicht findest du so eine Idee, an die du noch nicht gedacht hast … 

Hast du Freund:innen, Bekannte oder Familie, die dir kurzfristig in dieser Notlage beistehen könnten, dann scheu dich nicht nachzufragen, ob sie dir mit einem (kleineren) Geld-Betrag aushelfen können.

Pfandleihe oder verkaufen

Wenn du irgendwas zu Hause hast, dass du nicht mehr brauchst oder jedenfalls gerade nichts brauchst, könntest du damit ein wenig Geld verdienen. Du könntest es kurzzeitig bei einer Pfandleihe abgeben – das ist zwar kein angenehmes Gefühl, aber besser als ein leerer Magen. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass du den Gegenstand zurückholst, wenn es finanziell wieder besser bei dir aussieht.

Natürlich kannst du Dinge auch ganz verkaufen, entweder auf Flohmärkten (Vorsicht: Standgebühr!) oder online über diverse Plattformen. Vinted bietet sich für Klamotten an, Ebay für eigentlich grundlegend alles andere. Wie schnell etwas gekauft wird und du an das Geld kommst, hängt natürlich auch davon ab, was und für wie viel du es anbietest.

Tipp! Verkaufs-Gebühren

Informier dich schon vorab, ob die Plattform, auf der du verkaufen möchtest, komplett kostenfrei ist. Bei manchen, bspw. Vinted, wird eine Verkaufs-Gebühr einbehalten.

Fairteiler und Hilfsgruppen

Ist deine finanzielle Lage gerade so prekär, dass der Kühlschrank immer leerer wird und du nicht weißt, was du die nächsten Tage oder Wochen essen sollst – kannst du dich nach Fairteiler-Standorten erkundigen. Dabei handelt es sich um offiziell dafür ausgesuchte Orte, an denen Lebensmittelspenden abgegeben werden. Im Grunde kann dann jede:r, die/der sie gerade braucht, etwas davon abholen kommen.

In jeder Unistadt sollte es mittlerweile mehrere dieser Fairteiler geben – du kannst online recherchieren, wo sie in deiner Umgebung zu finden sind. Schämen brauchst du dich übrigens überhaupt nicht, denn genau für solche Notsituationen gibt es das Prinzip der Fairteiler. Und, wenn es dir wieder besser geht, kannst du dort ja auch mal Lebensmittel spenden.

In Krisensituationen kannst du auch mit der Tafel deiner Stadt Kontakt aufnehmen. Zwar haben die meisten gerade Aufnahmestop, können dich aber in der Regel an weitere soziale Hilfsangebote im Umkreis verweisen. Das können Suppenküchen oder kirchliche Verbände sein, die auch Lebensmittelspenden, warme Mahlzeiten, Klamotten oder sogar finanzielle Einmalhilfen anbieten. 

Kleinanzeigen für einmalige Arbeiten

Du willst dein Geld mit Arbeiten verdienen und das echt schnell? Dann schau in den Lokalblättern und online nach den Kleinanzeigen deiner Stadt. Sehr oft werden Wochenende-weise Helfer:innen für Umzüge oder Gartenarbeiten gebraucht. Auch suchen viele Eltern Nachhilfeunterricht für ihre Kinder.

Der große Vorteil 

Du wirst am ersten Arbeitstag bezahlt – und das meistens in bar – das heißt: Du hast das Geld quasi sofort.

Tiersitting und Nachbarschaftshilfe

Über diverse Online-Plattformen kannst du zu:r Tiersitter:in werden und so nebenbei Geld verdienen – wenn es schneller gehen muss, hilft hier auch der Blick in die Kleinanzeigen deiner Umgebung.

Auch, kannst du, wenn du der Typ dafür bist, deine Nachbar:innen und/oder Bekannten fragen, ob sie bei Tätigkeiten Hilfe brauchen und bereit wären, dir dafür eine Kleinigkeit zu zahlen. Das klingt jetzt vielleicht erstmal peinlich – ich persönlich kenne aber einige, die genau so durch eine Notlage gekommen sind. 

Längerfristige Möglichkeiten finanziell aufzustocken

Das Geld ist zwar knapp, aber eine wirkliche Notlage kannst du noch herauszögern? Das ist super, denn das gibt dir etwas Zeit dich mit Optionen zu befassen, die dich über einen längeren Zeitraum finanziell absichern könnten.

Eine Möglichkeit sind Hilfsleistungen wie BAföG, Einmalzahlungen, vielleicht sogar ein Studienkredit oder anderes – die Alternative dazu könnte ein Nebenjob oder eine Werkstudierendentätigkeit sein. Was davon oder ob beides etwas für dich ist, kannst du hier herausfinden: 

Hilfsleistungen

Was du immer tun solltest ist, überprüfen, ob dir Unterstützung zusteht - und zwar ganz gleich, welcher Art. Es gibt wirklich viele finanzielle Hilfsangebote, wie diese hier:

  • BAföG: das ist wohl die gängigste Methode während dem Studium geldtechnisch Unterstützung zu bekommen – und auch, wenn du denkst, dass es in deinem Fall sinnlos ist BAföG zu beantragen, solltest du es trotzdem tun. So hart es klingt, aber auch ein abgelehnter Antrag kann dir weiterhelfen! Plane nur wirklich Zeit dafür ein, denn die Bearbeitung kann mehrere Wochen, manchmal sogar Monate, dauern.

  • Wohngeldzuschuss: Vor allem, wenn dir kein BAföG zusteht, könnte das eine gute Alternative sein, finanziell wenigstens aufzustocken. Um beim Amt aber einen Antrag auf Wohngeld stellen zu können, musst du einen abgelehnten BAföG-Antrag nachweisen können. Und leider spielt beim Wohngeld auch das Gehalt deiner Eltern eine Rolle, denn wenn dir wegen zu hohem Einkommen kein BAföG zusteht, steht dir auch kein Wohngeldzuschuss zu. 
  • Uni-interne Einmalzahlungen: für finanzielle Notlagen gibt es an vielen Universitäten sogenannte Notfalltöpfe, aus denen Einmalzahlungen an Studierende beantragt werden können. Hier gilt: First come, first save – denn der Betrag dieser Töpfe wird oft für jedes Semester festgesetzt, sind sie dann leer, bleiben sie das oft auch eine Weile. Wende dich für weitere Informationen dazu an die Studienberatung
  • Stipendien: Über diverse politische, soziale und andere Organisationen kannst du auch an ein Stipendium kommen, wenn du die Voraussetzungen dafür erfüllst. Wo und wie du das tun kannst, haben wir dir in unserem Artikel über Stipendien zusammen gefasst. 
  • Studien-/Bildungskredit: Natürlich hast du auch die Möglichkeit dir das Geld, das du fürs Studium brauchst, erstmal zu leihen. Das kannst du über einen Studienkredit oder einen Bildungskredit tun. In der Regel ist es auch ziemlich einfach an einen von beiden zu kommen, aber: vergiss nicht, dass du das geliehene Geld mit Zinsen nach deinem Studium zurückzahlen musst!

Geld verdienen – Nebentätigkeit 

Um dich finanziell abzusichern, kannst du auch selbst aktiv werden und dir eine Nebentätigkeit suchen. So machst du dich ein wenig unabhängiger von den Hilfsangeboten – beachte aber: Beziehst du BAföG oder ein Stipendium, darfst du nicht unendlich viel nebenbei verdienen. Klär das also immer sicherheitshalber mit eine:r Berater:in ab.

Welche Nebenjobs/Werkstudierendenstellen passen am besten zum Studium?

  • Jobs in der Gastro/im Nachtleben: Sehr beliebt und das auch zurecht, weil sie sich nicht nur außerhalb der Unizeiten befinden, sondern meistens auch recht flexibel sind und mit Trinkgeld auch nicht schlecht bezahlt werden, sind Nebentätigkeiten als Servicekraft, Barkeeper:in, Bedienung oder ähnliches. 
  • Werkstudierendentätigkeiten: wenn du eine regelmäßige Arbeit mit festen Tagen und Stunden und guter Bezahlung suchst, könnte auch ein Werkstudierendenjob etwas für dich sein. Ein weiterer Pluspunkt ist hier, dass du Praxiserfahrung in einem Gebiet sammeln kannst, das auch etwas mit deinem Studienfach zu tun hat. 
  • Übergangsjobs für die Semesterferien: Auch bei der Post, in der Kommunalinstandhaltung oder in Produktionsfabriken werden immer wieder monatsweise Mitarbeiter:innen gesucht – perfekt für die Semesterferien. Da du dort meistens kurzzeitig Vollzeit arbeitest, wirst du auch sehr schnell viel Geld verdienen können. 
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Damit es gar nicht erst so weit kommt – Spartipps

Zwar wird alles immer teurer, sparen kannst du trotzdem – und das nicht wenig, wenn du mehr als einen unserer Spartipps testest. 

Beim Essen sparen

Beim Lebensmitteleinkauf kannst du auf Rabatte und Aktionen in den Geschäften achten und dir bei Produkten, die länger halten, gleich mehr davon mitnehmen, wenn sie gerade im Angebot sind. Auch hilft es sich zu bücken und unten in die Regale zu schauen, weil sich dort die günstigeren Lebensmittel befinden – außerhalb des Sichtfelds.

Wenn du lieber Essen anstatt Einkaufen gehen möchtest, haben wir auch was für dich: Uni-Mensen sind im Verhältnis sehr günstig und im Univiertel bieten viele Cafés, Bistros, Restaurants bestimmte Wochen- oder Tagesangebote für Studierende an.

Beim Wohnen sparen

Alle Geräte, die du gerade nicht brauchst, ausstecken, nichts im Standby laufen lassen und abends nur Licht in dem Raum, in dem du dich aufhältst: Diese Kleinigkeiten helfen dir längerfristig Strom zu sparen. Wenn du auch noch lieber oder wenigstens öfter duscht als zu baden, kannst du ebenfalls Wasser sparen. Beides wird deinem Geldbeutel echt guttun.

Natürlich kannst du auch beim Heizen sparen, indem du in den kalten Monaten Stoßlüften einem gekippten Fenster vorziehst und die Heizung auf niedriger Stufe lässt. Im Schneeanzug mit drei Decken musst du aber nicht überwintern, weil du dir die Heizkosten komplett sparen willst – würde ich dir auch nicht raten.

Nicht-Heizen kann teuer werden!

Vor allem in älteren Gebäuden oder welchen mit leichten Baumängeln kann nicht-heizen schnell zum Schimmelproblem werden. Lass die Heizung also lieber auf niedriger Stufe laufen und lüfte regelmäßig, damit du das beim Heizen gesparte Geld nicht zwangsläufig in Schimmelreiniger investieren darfst. Dein:e Vermieter:in fände das auch nicht so lustig.

Bei den Studien-Utensilien sparen

Auf Gebrauchtes anstatt Neues kannst du bei Dingen setzen, die du für die Uni brauchst, ganz gleich, ob technische Geräte, Hilfsmittel oder Bücher. Wenn du noch mehr sparen möchtest, kannst du sie dir ausleihen – bei Büchern geht das ohne Probleme und zwar nicht nur über die Universitätsbibliothek, sondern auch Stadtbüchereien und Co.

Auch Online-Gruppen und -Börsen von Studierenden sind eine prima Anlaufstelle, um günstiger an deine Uni-Sachen zu kommen. Dasselbe gilt für Aushänge am schwarzen Brett oder anderen Stelle in und um deine Uni. Dort kannst du auch selbst Dinge verkaufen, die du für dein Studium nicht mehr brauchst. 

Allgemeine Spar-Tipps

Sozial- und Gebrauchtwarenläden sind wahre Fundgruben für Unikate und Schnäppchen! Das gilt übrigens nicht nur für Gegenstände, die du für dich brauchst, sondern auch für diverse Geschenke, die du besorgen möchtest.

Wenn du auch gerne bei deiner Kleidung sparst, kannst du das online über Plattformen wie Vinted machen oder dich nach Kleidertauschpartys in deiner Umgebung erkundigen. Dort kannst du dann die Stücke, die du nicht mehr haben möchtest, mitbringen und kostenlos gegen andere Klamotten tauschen, die die anderen Leute mitgebracht haben.

(DSW/SALI)

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