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Im Vorstellungsgespräch überzeugen

Junger Mann im hellen Sakko, der lächelnd seinem Chef die Hand schüttelt.
Zufrieden und mit Jobzusage aus dem Bewerbungsgespräch gehen – für viele ein Traum. (Foto: ©stock.adobe.com/Drazen)
Das Bewerbungsgespräch erfolgreich meistern, damit die Jobzusage so gut wie gesichert ist? Dafür haben wir zwar keine Garantie, aber praktische Tipps und Tricks! 
Montag, 15.04.2024, 09:30 Uhr, Autor: Sandra Lippet

Du hast eine Einladung zum Bewerbungsgespräch bekommen – aber nicht für irgendeine Stelle, sondern einen Job, den du wirklich haben willst

Das Gespräch ist also deine Chance, von dir zu überzeugen und die Stelle zu ergattern. Um dich zu unterstützen, haben wir Tipps und Tricks zu:

Wie auf Vorstellungsgespräch vorbereiten?

Die wichtigste Vorbereitung auf dein Gespräch ist: Informationen sammeln. Und damit meine ich nicht nur über Details der Stelle, auf du dich beworben hast, sondern auch über das Unternehmen. 

Die Ausschreibung solltest du dir noch mindestens einmal sehr genau durchlesen, um beim Bewerbungsgespräch Fragen zu vermeiden, die in ihr schon beantwortet werden. Auch macht es immer einen sehr guten Eindruck, wenn du dich ein bisschen mit der Firmengeschichte, den Werten etc. auskennst – Infos dazu findest du oft auf der Homepage des Unternehmens.

Schaden kann es auch nicht, wenn du dir vorab einen Überblick verschaffst: Wie viel verdient man im Schnitt in diesem Bereich? Stehen die Arbeitsgeräte oder -kleidung zu? So kannst du nämlich viel besser auf die Gehaltsverhandlung eingehen und zusätzliche ‚Benefits‘ abfragen.

Bewerbungsgespräch üben

Übung ist nie schlecht – und auch ein Vorstellungsgespräch kannst du üben, entweder mit einer anderen Person oder eben alleine. Am besten siehst du dir dafür die Fragen an, die am häufigsten gestellt werden und versuchst dir schon vorab gute Antworten zu überlegen!

Fragen, die in Bewerbungsgesprächen so gut wie immer gestellt werden:

  • Erzählen Sie etwas über sich...
  • Warum haben Sie sich auf die Stelle beworben?
  • Wie sind Sie auf unser Unternehmen gestoßen?
  • Was wissen Sie denn schon über uns?
  • Warum möchten Sie Ihren jetzigen Job aufgeben?
  • Wieso denken Sie, dass Sie die perfekte Besetzung für die Stelle wären?
  • Wo sehen Sie sich in x-Jahren?
  • Was sind ihre persönlichen Stärken und/oder Schwächen?
  • Wann können sie frühestens anfangen bei uns zu arbeiten?
  • Was haben Sie sich als Einstiegsgehalt vorgestellt?

Wichtig ist, dass du möglichst ehrlich und höflich auf alle diese Fragen antwortest, aber ohne zu übertreiben. Mehr über Sprache und Auftreten kannst du weiter unten im Artikel lesen.

Was ziehe ich an?

Das hängt immer ein bisschen von der Branche ab, in der du dich beworben hast. Gehst du zu einem Vorstellungsgespräch in eine gut etablierte Anwaltskanzlei, ist auf jeden Fall ein Anzug oder immerhin eine Anzughose und ein Hemd/eine Bluse in gedeckten Farben und ohne oder mit sehr unauffälligen Mustern gern gesehen.

Möchtest du einen Job im Kreativ-Bereich ergattern, dann sieht es aber etwas anders aus, denn dort ist den Arbeitgeber:innen oft die Persönlichkeit der Bewerber:innen wichtig – und das kann sich auch am Kleidungsstil zeigen. Hier darfst du dich gern etwas lockerer und auch farbenfroher kleiden, wenn du das möchtest.

Ein Bild verschaffen

Schau doch mal, ob du auf der Homepage des Unternehmens Mitarbeiter:innen-Fotos oder offizielle Firmenbilder findest. Das kann dir einen Anhaltspunkt darüber geben, welcher Kleidungsstil bevorzugt wird.

Vergiss aber nicht, dass du dich zwar passend anziehen solltest, aber eben auch so, dass du dich nicht komplett unwohl fühlst. Versuch eine gute Lösung zu finden, bei der nichts zieht oder ziept und du dir nicht verkleidet vorkommst.

Wie kann ich bei einem Vorstellungsgespräch überzeugen? –Sprache und Auftreten

Der erste Eindruck zählt – und entscheidet sehr oft darüber, ob du sympathisch gefunden wirst oder nicht. Neben der Kleidung ist dabei aber auch die Körpersprache und -haltung wichtig. Versuche mit dem Mund und den Augen zu lächeln, aufrecht zu gehen und zu stehen und vor allem bei der Begrüßung offen und freundlich zu wirken.

Die Körpersprache, weil sie das erste ist, das Leute, die dich nicht kennen, von dir mitbekommen, ist auch im Gespräch elementar. Denn je ‚entspannter‘  – aufrecht, aber ruhig – du dasitzt, ohne zu zappeln oder zu wackeln, desto selbstbewusster und seriöser wirst du eingeschätzt. Und wie in der Rhetorik kannst du durch deine Körpersprache Inhalte gekonnt untermalen und positiv hervorheben.

Achte auch noch nach der Verabschiedung auf deine Körpersprache und -haltung, mindestens bis du aus Sichtweise des Gebäudes bist, denn manche Personaler:innen schauen dir beim Weggehen noch eine Weile nach.

Neben deinem äußeren Auftreten spielt natürlich auch der Inhalt deiner Worte und wie du sie sagst eine große Rolle. Du solltest ruhig und deutlich reden, damit man dich gut versteht. Lass dein Gegenüber auch immer ausreden, antworte immer höflich auf Fragen, selbst wenn sie dir nicht gefallen. 

Dadurch wirkst du nämlich souverän. Selbst, wenn dir nicht gleich eine Antwort einfällt oder du einen kurzen Blackout hast, äußerst du ruhig, dass du darüber kurz einen Moment nachdenken musst, wird es dir niemand verübeln. 

Wie du dich sprachlich in einem Vorstellungsgespräch präsentierst, sagt viel über deine Manieren, Teamfähigkeit, Sprachfertigkeit und Intelligenz aus – d.h. überleg dir im Zweifelsfall lieber ein paar Sekunden länger, wie und was du sagst, anstatt einfach draufloszureden. 

Wie Selbstpräsentation im Bewerbungsgespräch beginnen?

„Erzählen Sie doch mal etwas über sich...“ – ist ein Sprungbrett, um dich selbst im besten Licht zu präsentieren, aber wie und was solltest du denn über dich erzählen? 

Gut ist, wenn du diesen Einstieg als Chance nutzt, deine USPs (Unique Selling Points) darzustellen, heißt: Was macht dich aus? Was kannst du besser als andere? Worin siehst du deine Qualitäten? – natürlich bezogen auf die Stellen, auf du dich gerade bewirbst oder frühere Berufe. Du kannst auch von positiven Erfahrungen und Errungenschaften berichten, Herausforderungen, die du gemeistert, Projekte, die du abgeschlossen, hast. 

Es kommt aber auch ein bisschen auf dein Gespür deinen Gesprächspartner:innen gegenüber an: Bietet sich eine eher witzige Geschichte an, weil die Stimmung ausgelassen und entspannt ist? Solltest du eher durch Professionalität punkten, weil deine Berufserfahrung kritisiert wurde? Hier musst du dich ein bisschen auf deine Social Skills verlassen.

Wichtig ist auf jeden Fall, dass du authentisch bleibst. Denn, wenn Personaler:innen diesen Einstieg wählen, wollen sie wissen, wie du reagierst, wie du tickst und, was du selbst von dir erzählen möchtest, heißt: worauf du bei deiner Selbstpräsentation den Fokus legst.

Worauf möchtest du den Fokus deiner Selbstdarstellung legen?

Diese Frage solltest du dir schon vor dem Gespräch beantworten. Hast du charakterliche Vorzüge, die gut zum Job passen, zusätzliche Kompetenzen, die dich besonders für die Stelle qualifizieren? Wähle deine stärksten Karten und spiel sie!

Welche Stärken und Schwächen im Vorstellungsgespräch nennen?

Da es in jedem Bewerbungsgespräch um eine bestimmte Stelle geht, solltest du allgemein nur Stärken und Schwächen nennen, die etwas mit dem Beruf zu tun haben, quasi job-related. Dass du besonders gut Einparken kannst, ist zwar super, aber vielleicht für eine Stelle in der IT nicht so relevant …

Ob du deine USP als Stärken einsetzen möchtest oder charakterliche Vorzüge hast, die gut zu dem Job passen könnten, wie besonders gute Teamfähigkeit, die Tendenz auch in stressigen Phasen ruhig und organisiert zu bleiben, etc. – das bleibt dir überlassen. Wichtig ist, dass du Stärken nennst, die du wirklich hast, schummeln wäre hier fehl am Platz und würde vermutlich irgendwann sowieso rauskommen, spätestens wenn du den Job bekommst.

Bei deinen Schwächen gilt ähnliches: nenne nur welche, die etwas mit dem beruflichen Umfeld zu tun haben und sei dabei ehrlich. Versuche aber gravierende Dinge zu umgehen, bspw. in einem technischen Jobfeld nicht unbedingt als Schwäche angeben, dass Technik nicht so deins ist – das wäre nämlich ein Totschlagargument dich nicht einzustellen. 

Fehler sind menschlich und aus jeder Schwäche lässt sich eigentlich auch etwas Gutes machen, indem du z.B. zeigst, dass du dir darüber bewusst bist und gerade daran arbeitest. Ist eine deiner Schwächen Zeitmanagement, kannst du das als solche nennen, solltest aber zumindest angeben, dass du schon verschiedene Tipps, Ansätze zur Verbesserung ausprobiert hast und immer besser darin wirst.

Die Frage nach deinen Stärken und Schwächen zielt weniger darauf ab, wunde Punkte zu finden, sondern darauf herauszufinden, wie selbstreflektiert du bist und, ob du auch Kritik an dir selbst üben kannst. Das ist im Arbeitsumfeld eine wichtige Eigenschaft! 

Welche Fragen bei Bewerbungsgespräch fragen?

Im Gespräch, oft am Ende, hast du immer die Möglichkeit noch nach Dingen zu fragen, die dir wichtig sind - und das solltest du auch tun. Was nämlich oft nicht in den Stellenausschreibungen steht, du aber wissen solltest, bevor du dich für oder gegen den Job entscheidest, sind:

  • konkrete Gehaltsangabe
  • genaue Anzahl an Urlaubstagen
  • Kernarbeitszeiten
  • ob Sonn- oder Feiertagsarbeit geleistet werden muss

Nach diesen Sachen darfst und sollst du auch direkt fragen, denn das signalisiert nicht nur dein Interesse für die Stellen, sondern auch, dass du dich damit auseinandersetzt, ob sie wirklich etwas für dich ist.

Bei Zusatzvereinbarungen gilt: schriftlich anstatt mündlich

Wird dir im Vorstellungsgespräch etwas versprochen, solltest du das immer schriftlich mit in den Arbeitsvertrag oder zumindest die angehängte zusätzliche Vereinbarung aufnehmen lassen. Manchmal werden in Gesprächen festgelegte Benefits dann nämlich ‚vergessen‘, hast du sie aber schriftlich festgehalten, gelten sie auch!

Auf welche Fragen musst du auf keinen Fall antworten?

Es gibt sie, No-Go-Fragen in Bewerbungsgesprächen, und sie werden immer noch in manchen Unternehmen gestellt, du musst aber nicht auf sie antworten. Vor allem Frauen werden oft nach ihrer Kinderplanung oder ihrem Familienstand gefragt, was ehrlich gesagt eher nach einer Red Flag als einer Interessensfrage klingt. Du musst auf nichts antworten, dass etwas mit deinem Privatleben, deinem Geschlecht, deiner sexuellen Ausrichtung, Kultur, Religion, Herkunft oder Ähnlichem zu tun hat.

Das alles hat nämlich absolut nichts mit deiner Persönlichkeit und deinen beruflichen Qualifikationen zu tun. Fühl dich auch nicht, aus dem Wunsch heraus den Job unbedingt zu wollen, gezwungen auf solche Fragen zu antworten – sondern mach dir bewusst, ob du in einem Unternehmen arbeiten möchtest, dass sich beim Kennenlernen mehr für deine privaten Belange als deine jobtechnischen Fähigkeiten interessiert.

(SALI)

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