Hilfen für Startup-Gründung nach dem Studium
Der Reiz, etwas Eigenes aufzubauen und eigene Entscheidungen zu treffen, wächst bei vielen, die nach dem Abschluss nicht direkt in ein Angestelltenverhältnis starten möchten. Damit dein ganz eigener Start gelingt, gibt es zahlreiche Programme und Unterstützungsangebote, die dich auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleiten.
Warum viele Absolvent:innen gründen
Der Wunsch nach Unabhängigkeit ist bei vielen Studenten groß. Du möchtest vielleicht deine eigenen Projekte umsetzen, ohne dich an starre Strukturen anzupassen. Manche Absolvent:innen möchten auch eine Idee aus dem Studium in die Praxis bringen, von einer App bis zu einem nachhaltigen Produkt.
Die Digitalisierung hilft zusätzlich. Geschäftsmodelle lassen sich nämlich mit weniger Aufwand realisieren als früher und viele Prozesse steuerst du selbst online. Damit du bei Buchhaltung und Verwaltung von Beginn an den Überblick behältst, bietet sich zum Beispiel eine spezielle Gründeredition als praktische Unterstützung an.
Sinnvolle Förderprogramme für Gründer
Ein bekannter Einstieg in die Selbstständigkeit ist das EXIST-Gründerstipendium. Es unterstützt innovative Gründungsvorhaben aus Hochschulen und deckt für eine gewisse Zeit den Lebensunterhalt sowie wichtige Sachausgaben ab.
Auch der Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit ist eine Option, wenn du aus einer Phase der Erwerbslosigkeit heraus gründest. Auf Landesebene findest du zusätzliche Förderungen wie Zuschüsse, Bürgschaften oder Beratungsangebote. Viele Hochschulen betreiben zudem eigene Start-up-Zentren oder Inkubatoren, in denen du Mentor:innen triffst, Arbeitsplätze nutzt und dein Netzwerk erweiterst.
Beratung und Coaching für junge Gründer
Eine gute Vorbereitung erleichtert vieles. Die Industrie- und Handelskammern bieten deshalb Seminare, Informationsveranstaltungen und persönliche Beratung an. Dort erfährst du, wie du einen Businessplan aufbaust, Finanzierungsmöglichkeiten prüfst und deine Geschäftsidee schärfst.
Hochschulen, Technologieparks und Gründerzentren fördern obendrein den Austausch mit erfahrenen Unternehmern. In Workshops, Webinaren oder Planspielen lernst du dabei, wie du dein Konzept überzeugend präsentierst und erste Kunden gewinnst.
Organisation und erste Schritte
Bevor du richtig durchstartest, solltest du einige grundlegende Punkte beachten:
- Wähle eine Rechtsform, die zu deiner Situation passt
- Prüfe rechtliche Themen wie Verträge, Versicherungen und Haftung
- Organisiere deine Buchführung und steuerliche Pflichten von Anfang an
- Erstelle eine klare Finanzplanung, um deine Ausgaben im Blick zu behalten
- Plane realistisch, wann dein Produkt marktreif ist und wie du die ersten Monate überbrückst
Netzwerke und Austausch nutzen
Der Austausch mit anderen Gründer:innen ist Gold wert. Über Hochschulnetzwerke, regionale Gründerzentren oder Online-Communities findest du dazu Kontakte, die dir weiterhelfen. Solche Kontakte unterstützen dich aber nicht nur fachlich, sie stärken auch deine Resilienz, weil du Rückschläge leichter einordnest und Lösungen im Team entwickelst.
In vielen Städten gibt es außerdem regelmäßige Meetup-Reihen oder Gründerstammtische, bei denen du dich unverbindlich mit Gleichgesinnten austauschst. Erfahrene Gründer teilen dort häufig wertvolle Tipps dazu, wie sie erste Hürden gemeistert oder Finanzierungen organisiert haben. Auch Online-Formate wie Pitch-Events oder virtuelle Gründerwochen bieten Chancen, dich sichtbar zu machen und Feedback zu deiner Idee zu erhalten.
(Michael Gottlieb/SALI)