Auslandsjob 2026: Gen Z will raus – aber nicht für immer
Einfach mal weg aus Deutschland, andere Menschen kennenlernen und irgendwo auf der Welt arbeiten. Klingt verlockend? Damit bist du nicht allein.
Die Global-Mobility-Studie 2025/2026 von Auslandsjob.de untersucht, was Menschen an einem Job im Ausland reizt. Insgesamt wurden 1.588 Personen befragt, darunter 679 unter 30-Jährige. Gerade bei den Jüngeren gibt es einige spannende Ergebnisse.
Raus aus Deutschland – aber nicht für immer
38,9 Prozent der befragten unter 30-Jährigen nennen den Wunsch, „einfach raus aus Deutschland“ zu wollen, als entscheidendes Motiv für einen Auslandsjob.
Doch deshalb gleich alle Zelte abbrechen? Lieber nicht.
63 Prozent der jungen Befragten planen einen Auslandsaufenthalt von maximal zwölf Monaten. Nur 16,5 Prozent möchten dauerhaft auswandern.
Bei den Befragten ab 30 Jahren sieht das ganz anders aus: Von ihnen wollen 45,3 Prozent für immer im Ausland leben.
Für viele der Jüngeren steht damit ein Auslandsaufenthalt auf Zeit im Vordergrund – und nicht der Abschied von Deutschland für immer.
Neue Kulturen statt Karriereleiter
Ein Auslandsjob kann den Lebenslauf bereichern. Für die meisten Befragten ist das allerdings nicht der wichtigste Grund, ins Ausland zu gehen.
Bei der Frage nach den entscheidenden Motiven liegen drei Wünsche vorn:
56,2 Prozent möchten neue Kulturen und Sprachen kennenlernen.
54,4 Prozent wünschen sich eine attraktivere Work-Life-Balance.
44,7 Prozent suchen Abwechslung und einen Tapetenwechsel.
Etwas für den Lebenslauf oder die Karriere zu tun, nennen dagegen lediglich 16,4 Prozent als entscheidendes Motiv.
Diese Ergebnisse beziehen sich auf alle Altersgruppen der Studie. Mehrfachnennungen waren möglich.
Sie zeigen: Für viele zählt beim Auslandsjob weniger der nächste Karriereschritt als die Aussicht auf neue Erfahrungen und ein anderes Lebensgefühl.
Spanien bleibt der Favorit – Australien überholt die USA
Wohin soll die Reise gehen? Auch dazu liefert die Studie interessante Zahlen.
In Europa liegt Spanien mit 43,6 Prozent klar vorn. Auf den weiteren Plätzen folgen Portugal mit 24,3 Prozent, Italien mit 20,8 Prozent und Griechenland mit 18,7 Prozent.
Schon in der vorherigen Erhebung war Spanien der Favorit. Damals lag das Land allerdings noch bei 34,4 Prozent.
Außerhalb Europas hat sich dagegen einiges verändert.
Hier übernimmt Australien mit 28,0 Prozent den Spitzenplatz. Dahinter folgen Kanada (20,2 Prozent) und Neuseeland (19,2 Prozent).
Die USA, in der vorherigen Studie noch auf Platz eins, liegen mit 18,5 Prozent nur noch auf Platz vier.
Die Länderrankings berücksichtigen Befragte aller Altersgruppen. Die Frage zu europäischen Wunschländern beantworteten 1.452 Personen, die zu außereuropäischen Zielen 1.327. Pro Frage durften bis zu drei Länder ausgewählt werden.
Laptop am Strand? Die Gen Z will auch vor Ort arbeiten
Arbeiten von überall auf der Welt – für viele klingt Remote Work nach dem perfekten Modell.
Überraschenderweise interessieren sich die jüngeren Befragten aber häufiger für einen klassischen Arbeitsplatz vor Ort als die älteren.
29,6 Prozent der unter 30-Jährigen bevorzugen reine Präsenzarbeit. Bei den Befragten ab 30 Jahren sind es lediglich 16,1 Prozent.
Trotzdem bleibt Flexibilität wichtig: 54,5 Prozent der jungen Teilnehmer geben an, dass ihnen ortsunabhängiges Arbeiten wichtig ist.
Auch soziale Kontakte spielen eine Rolle. In offenen Antworten zur Studie werden unter anderem die Sorge vor Einsamkeit und der Wunsch genannt, im Ausland neue Menschen kennenzulernen.
Ein Auslandsjob soll schließlich nicht nur einen neuen Arbeitsplatz bieten, sondern auch ein neues Umfeld.
Tourismus, Gastronomie oder Kundenservice?
Und welche Jobs kommen im Ausland besonders gut an?
Viele Studienteilnehmer sind bei der Berufswahl erstaunlich flexibel: 39,3 Prozent geben an, für unterschiedliche Branchen offen zu sein.
Unter den konkret genannten Tätigkeitsfeldern sind besonders gefragt:
- Natur und Umwelt: 25,3 Prozent
- Kundenservice und Support: 23,1 Prozent
- Tourismus und Animation: 22,3 Prozent
- Gastronomie und Hotellerie: 20,7 Prozent
Auch diese Zahlen beziehen sich auf die gesamte Befragungsgruppe. Mehrfachnennungen waren möglich.
Gerade Tourismus und Gastronomie sind damit für viele Auslandsjob-Interessierte attraktive Tätigkeitsfelder.
Die größte Herausforderung? Erst einmal ankommen
So reizvoll ein Auslandsjob auch klingt: Zwischen der Idee und dem tatsächlichen Start gibt es einige Hürden.
Bei den unter 30-Jährigen stehen vor allem praktische Probleme im Vordergrund:
51,7 Prozent sehen die Unterkunftssuche und das Ankommen im Ausland als Schwierigkeit.
46,2 Prozent machen sich Gedanken über den Planungs- und Bürokratieaufwand.
35,5 Prozent nennen fehlende Sprachkenntnisse als Hindernis.
Kein Wunder also, dass sich viele Unterstützung wünschen.
39,0 Prozent der jungen Befragten hätten gerne umfassende Hilfe bei der Jobsuche und Bewerbung. Weitere 33,4 Prozent wünschen sich ein übersichtliches Portal mit passenden Jobangeboten.
Auslandsjob geplant? Das solltest du vorher klären
Wenn du selbst mit dem Gedanken spielst, einige Monate im Ausland zu arbeiten, lohnt sich eine gute Vorbereitung.
Besonders wichtig sind diese Fragen:
- Job: Was genau wirst du machen, wie viel verdienst du und welche Sprachkenntnisse brauchst du?
- Unterkunft: Hilft dir dein Arbeitgeber bei der Wohnungssuche oder musst du dich selbst darum kümmern?
- Organisation: Welche Anmeldungen, Versicherungen und gegebenenfalls Visa oder Arbeitsgenehmigungen sind erforderlich?
- Finanzen: Was bleibt von deinem Gehalt übrig, wenn Miete und Lebenshaltungskosten bezahlt sind?
Gut zu wissen: Als deutscher Staatsbürger benötigst du für eine Beschäftigung in einem anderen EU-Land grundsätzlich keine Arbeitserlaubnis. Bei längeren Aufenthalten können allerdings Anmeldepflichten bestehen.
Für Länder außerhalb der EU solltest du rechtzeitig prüfen, welche Visa- und Beschäftigungsbestimmungen gelten. Auch Krankenversicherung und Steuern gehören auf deine Checkliste.
Frag ruhig schon bei der Bewerbung nach Unterstützung. Gerade bei Unterkunft und Formalitäten kann ein Arbeitgeber, der sich mit internationalen Mitarbeitern auskennt, vieles erleichtern.
Auslandserfahrung sammeln statt gleich auswandern
Die Ergebnisse machen deutlich: Ein Auslandsjob muss keine Entscheidung fürs ganze Leben sein.
Ob für ein paar Monate nach Spanien, ein halbes Jahr nach Australien oder ein Job in einem internationalen Team – es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, Berufserfahrung zu sammeln und gleichzeitig ein anderes Land kennenzulernen.
Für viele junge Auslandsjob-Interessierte scheint genau das den Reiz auszumachen: eine Zeit lang woanders leben, Neues ausprobieren und selbst entscheiden, wie es danach weitergeht.
Gut zu wissen: So wurde die Studie durchgeführt
Für die Global-Mobility-Studie 2025/2026 wurden vom 22. Dezember 2025 bis zum 13. Mai 2026 insgesamt 1.588 Personen online befragt. Davon waren 679 jünger als 30 Jahre. Die Erhebung erfolgte über Auslandsjob.de und angeschlossene Portale der INITIATIVE auslandszeit GmbH.